1.-2.Tag: Malaga

Unsere Rundreise startet in Malaga. Wer Malaga im Süden Spaniens besucht, der sollte sich einen Überblick über die Stadt vom Berg Gibralfaro verschaffen.

Malaga von oben
Malaga von oben

Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick in die Stierkampfarena, typisch für Spanien, denn fast jeder Ort, sogar kleinere, verfügen über eine Arena. Die Bewohner der umliegenden Hochhäuser haben direkten Blick in die Arena, in der in unregelmäßigen Abständen noch heute Stierkämpfe stattfinden, aber auch andere Veranstaltungen, denn der Stierkampf ist selbst in Spanien nicht ganz unumstritten.

Malaga - Arena
Malaga – Arena

Das Stadion bietet hunderten Besucher Platz, nummeriert nach Sektoren, mit Galerien zählt es zu den moderneren Arenen in Spanien.

Malaga ist einer der großen spanischen Mittelmeerhäfen und ökonomischer und touristischer Drehpunkt der Costa del Sol. Das Klima hier ist wunderbar, sonenverwöhnt mit 300 Tagen pro Jahr, zieht es immer mehr Menschen an, heute ist es die zweitgrößte Stadt Andalusiens mit knapp 55000 Einwohnern.

Vom 130 Meter hohen Gibralfaro kann man wunderbar die palmenbewachsene Prachtstrasse Paseo del Parque der Stadt erkennen, sowie die Kathedrale, Symbol spanischer Gläubigkeit.

Auch der untere Bereich der Burg, der Alcazaba, der Burg aus der Nasridenzeit, ist erkennbar. Die Burg zieht sich von der Unterstadt hinauf auf den Gibralfaro.

Imposant ist auch das alte Zollgebäude Aduana an der Prachtstrasse, ein Symbol aus einer Zeit, als Malaga durch den Handel mit Amerika zu Reichtum kam.

Der Paseo del Parque verläuft parallel zum Hafen und bietet sich als Ausgangspunkt für eine Erkundung der Innenstadt an. Er hat schon fast die Qualität eines botanischen Gartens mit tropischen und subtropischen Gewächsen.

Nur wenige Schritte vom Boulevard entfernt liegt ein wunderschöner Platz, die Plaza del Obispo mit dem Palacio Episcobal, dem Bischofspalast, in dem ein Diözesanmuseum eingerichtet ist. Hier ist auch der Haupteingang in die Kathedrale von Malaga.

Kathedrale
Kathedrale

Die „Catedral de la Encarnación“ erhebt sich an dem Ort, den die Hauptmoschee der Stadt während der acht Jahrhunderte islamischer Herrschaft einnahm. Ihr Bau wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts , genau im Jahre 1528 begonnen und im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts fortgeführt, blieb jedoch unvollendet, da die Hauptfassade und der Südturm niemals fertiggestellt wurden.

Dies hat dem Gotteshaus mit der Zeit einen einzigartigen, charakteristischen Aspekt verliehen, dem es auch seinen volkstümlichen Namen zu verdanken hat, nämlich La Manquita ,die Einarmige, weil nur einer der Türme in den Himmel ragt, der andere nur bis zur Hälfte gebaut wurde und unvollendet blieb.

Sie ist eine der großen Renaissancekirchen Andalusiens. Trotz der langen Bauzeit wirkt sie stilistisch einheitlich, beeindruckend ist sie durch ihre Ausmaße von 117 m Länge und 72m Breite, die Höhe ist 48 m.

Das Römische Theater befindet sich am Fuß der Alcazaba. Es wurde 1951 entdeckt, als man dabei war, einen Garten anzulegen.Das Theater wurde in der Zeit des Augustus gebaut und war bis zum 3. Jahrhundert in Betrieb; danach wurde es durch die Araber als Steinbruch genutzt. Gegenwärtig ist die Galerie am Eingang zum Proszenium freigelegt, das durch ein Tonnengewölbe überdeckt war, sowie ein Teil der Orchestra von etwa 15 m, die Cavea mit 3 Sitzreihen, einem Durchmesser von 31 m und einer Höhe von 16 m, und die Zugangstore zu den Sitzreihen.

Römisches Theater
Römisches Theater

Gleich daneben der Eingang in die Alcazaba.

Der Palast wurde im 11. Jahrhundert auf den Resten eines Palastes der Phönizier für die maurischen Könige von Granada errichtet und im 14. Jahrhundert weiter ausgebaut. Eine Doppelmauer schuf ursprünglich die Verbindung zwischen dem Palastbereich Alcazaba und der Burganlage auf dem Gibralfaro.

Das untere Gelände wird Arco del Cristo genannt, zu erwähnen ist hier der Patio de Armas, der Waffenhof, der heute begrünt ist und der Turm, der am östlichen Ende zur Coracha führt, einem befestigten Gang, der mit Gibralfaro verbunden ist.

Dieser arabische Festungspalast wurde im 11. Jh. auf Wunsch von König Badis von Granada erbaut. Er passt sich perfekt der Topographie des Geländes an und nutzt einen Hügel als natürliche Erhöhung.

Das obere Gelände, auch sehr gut an die Topografie des Hügels angepasst, ist an seinen beiden Enden stark bewehrt, im Westen durch die Puerta de los Cuartos de Granada, die seinen einzigen Zugang darstellt und umfassend restauriert wurde, und im Osten durch den Torre del Homenaje (Hauptturm), der in dem Zustand als „Halbruine“ belassen wurde, in dem wir ihn heute vorfinden.

Im Inneren befindet sich der Palast, von dem ein Teil auf das 11. und der andere auf das 13.-14. Jahrhundert datiert wird.Der Palast hat drei Innenhöfe: Der erste, namens Patio de los Surtidores, bewahrt an seiner Südseite eine Kolonnade aus der Kalifenzeit.

Orangenhof des Palasts
Orangenhof des Palasts

Durch einen restaurierten Pavillon erreicht man den Patio de los Naranjos, den Orangenhof und den Patio de la Alberca.

Das beim Bau der Alcazaba verwendete Material war zum großen Teil ein fossiler Kalkstein, der sich leicht zersetzt, weshalb die Burg im Laufe ihrer Geschichte häufig restauriert wurde. Die umfassendste Restaurierung, die auch in den Chroniken überliefert ist, führte Badis durch, König von Granada aus der Dynastie der Ziriden, und zwar in der Zeit der Taifa-Reiche, von 1040 bis 1065. Er befestigte und erweiterte die Burg so umfassend, dass er in vielen Quellen als deren Erbauer betrachtet wird.

Vom inneren Palast hat man eine gute Aussicht auf die Stadt, vor allem auf die zentrale Plaza de Toros, mit der dahinterliegenden Stierkampfarena. Mehr zu Malaga.

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